Die Trøjborg Schlossruine liegt bei Visby nördlich von Tønder, wo die Mauerreste noch immer als markanter Halt in der flachen südjütländischen Landschaft stehen. Das Besondere ist nicht nur der Stein, sondern auch die Lage: Die Ruine ist auf allen vier Seiten von wassergefüllten Gräben umgeben, sodass man deutlich spürt, dass der Ort einst von seiner Umgebung getrennt war.
Die sichtbaren Reste sind vor allem die Südmauer und Teile des Kellergeschosses. Das sorgt für eine etwas schiefe Begegnung mit einem Schloss: keine schöne Gesamtheit, sondern eine gebrochene Fassade und niedrige Raumspuren, bei denen das Auge den Rest selbst ergänzen muss. Die meisten Überreste stammen vom Renaissance-Schloss, das auf und um die ältere Burg herum errichtet wurde.
Trøjborg begann als mittelalterliche Burg auf einer künstlichen Insel und wurde später zu einem Renaissance-Schloss umgestaltet. Die Besitzgeschichte des Ortes bewegt sich zwischen Adel, Bistum und Krone, und das Schloss wurde schließlich abgerissen. Der Überlieferung nach blieben Teile der Ruine stehen, weil während der Arbeiten eine Brücke zusammenbrach. Viele Steine erhielten anschließend ein neues Leben in Bauernhöfen in der Umgebung, sodass Trøjborg nicht nur hier am Graben liegt; ein Teil des Schlosses ist in die Landschaft ringsum verstreut.