Die Tistrup Kirche ist ein Ort, an dem man schnell mehrere Schichten Kirchengeschichte innerhalb derselben Friedhofsbegrenzung entdeckt. Von außen sind die Granitquader, die pyramidenförmige Turmspitze und der Wetterhahn mit dem Kranich die markantesten Spuren. Der Kranich weist auf die Familie Teilmann und die lange Verbindung zum Gut Nørholm hin.
Auch die Eingänge des Friedhofs sind bemerkenswert. Die gemauerten Pfeiler und eisernen Gitterflügel sind nicht nur der Zugang zum Friedhof, sondern Teil einer Nørholm-typischen Formensprache, die sich bei mehreren Kirchen in der Gegend wiederfindet.
Wenn die Kirche geöffnet ist, setzt sich die Erzählung in einem weiß getünchten Kirchenraum mit rundem Chorbogen und Gewölben fort. Hier stehen ein romanischer Granittaufstein, eine mit Niels Krag von Agerkrog verbundene Kanzel und ein Rokokoaltaraufsatz mit dem Abendmahl als Motiv.
Die Wandmalereien sind ein weniger sichtbarer Teil des Erlebnisses. Sie sind aus einer Freilegung bekannt, wurden aber wieder überdeckt, sodass die Kirche auch Geschichte birgt, die man nicht direkt sehen kann.
An der Giebelseite des Vorbaus befindet sich eine erhaltene Sonnenuhr, und im südlichen Friedhofsdamm sind Raseneisenerz und Schlacken aus der Eisengewinnung verarbeitet. Das verleiht dem Ort eine besondere Note: mittelalterliche Kirche, Gutsgeschichte und ältere lokale Arbeit liegen hier ganz buchstäblich in derselben Anlage.
Das Taufbecken in der Kirche von Tistrup ist romanisch und aus rötlichem Granit gehauen. Es ist 94 cm hoch, mit einer glatten Kuppa von 78 cm im Durchmesser, und gehört zum schlichten westjütischen Typ ohne Löwen, Figuren oder biblische Reliefs.
Es steht an der Nordseite des Chorbogens. Der Fuß hat vier kleine Eckknäufe, und besonders hier sind Reste von Kalk und Bemalung zu sehen — eine dezente Erinnerung daran, dass mittelalterliche Kirchenräume nicht immer so roh steinfarben waren, wie sie heute oft erscheinen.