Tinghøje ist ein kleines geschütztes Heidegebiet, in dem die Geschichte vor allem in den Formen der Landschaft liegt. Vier Grabhügel aus der Bronzezeit erheben sich in der Heide, und zwischen ihnen sind alte Weg- und Wagenspuren noch immer als flache Linien im Gelände zu erkennen.
Es ist ein Ort für langsames Lesen der Landschaft statt für große Schilder und große Gesten. Die Hügel verleihen der Landschaft Gewicht, während die Spuren zwischen ihnen von Verkehr lange vor festen Straßen erzählen. Im Spätsommer können die Verläufe deutlicher hervortreten, wenn das Gras vergilbt und die Linien in der Heide nachzeichnet.
Der Name Tinghøje weist auf eine alte Thingstätte hin, doch die Quellen sind vorsichtig: Es ist ungewiss, ob das Herredsthing tatsächlich genau hier abgehalten wurde. Diese Unsicherheit sollte man mitnehmen, denn sie macht den Ort interessanter als eine einfache Erklärung. Hier stehen das Sichere und Sichtbare Seite an Seite mit dem Möglichen und Überlieferten.
Tinghøje hat auch eine jüngere lokale Erzählung. Während der Besatzungszeit versammelten sich die Menschen hier zum gemeinschaftlichen Singen, und dieser Teil der Geschichte ist mit einer Steinsetzung markiert. Nicht weit davon steht eine künstliche Dolmenanlage, die als Rednerpult genutzt wurde, sodass die Landschaft sowohl Vorgeschichte, Verkehr, Gemeinschaftsgesang als auch Volksversammlung umfasst.