Tärnö ist eine Insel, auf der ein Tagesausflug schnell mehrere Facetten bekommt: die Fährfahrt hinaus, die Wege zwischen Felsen und Wald, der Ausblick von den Höhen und kleine Spuren des früheren Insellebens unterwegs. Die Insel ist klein genug, um sie in wenigen Stunden zu durchwandern, doch das Gelände wechselt zwischen küstennahem Laubwald, beweideten Flächen, Felsheide, Geröllfeldern und Sandstrand.
Vom Drakaberget, dem höchsten Punkt Tärnös, kann man laut Länsstyrelsen mehr als die Hälfte der Küste von Blekinge sehen. Ein weiterer markanter Punkt ist der hölzerne Leuchtturm auf Ifberget, der noch immer in Betrieb ist. Auf der Südseite liegt Sandvik mit Sandstrand und Bademöglichkeit, doch der Grund wird als sehr steinig beschrieben und kann schwer zugänglich sein.
Nicht nur die Natur liegt hier offen zutage. Steinmauern zeigen alte Grundstücks- und Flurgrenzen, und auf sowie rund um die Inseln finden sich Kulturspuren wie Schiffswracks, Steinsetzungen, eisenzeitliche Gräber und Steinhügelgräber. Im 19. Jahrhundert war die Fischerei der wichtigste Erwerbszweig auf Tärnö, während Viehhaltung, kleinere Landwirtschaft und Steinbrucharbeiten daneben eine Rolle spielten. Die alten Eichen erzählen ihre eigene langsame Geschichte, oft verflochten mit wildem Geißblatt.
Tärnö Leuchtturm steht auf dem Iberget im südlichen Teil der Insel. Der Turm selbst ist nur 5,9 Meter hoch, doch die Lage ergibt eine Feuerhöhe von rund 31 Metern über dem Meer.
Der achteckige Holzturm wurde 1910 errichtet und gilt als Schwedens ältester hölzerner Leuchtturm, der noch in Betrieb ist. Die Leuchtturmhistorie begann jedoch früher: mit einer kleinen Ölleuchte im Jahr 1878 und später einem Wachhaus mit Leuchtfeuer, bevor der Holzturm übernahm.
Drakaberget ist Tärnös höchster Punkt, etwa 30–35 Meter über dem Meeresspiegel, und von hier eröffnet sich der Blick über Blekinges Schärenküste und Küste. Laut den Informationen kann man von hier aus mehr als die Hälfte der Küste Blekinges sehen.
Der Ort hat auch eine sagenhafte Seite: Vertiefungen im Felsen wurden früher als Spuren eines Drachen gedeutet, der im Berg gelebt haben soll. Die Felsen gehören zum Naturschutzgebiet, in dem Steine und Felsen nicht beschädigt werden dürfen.
Tärnös Flora wechselt rasch zwischen küstennahen Laubmischwäldern, Felsheiden, Geröllsteinen, Wiesen und Sandstrand. Die alten, breitkronigen Eichen sind ein besonderes Kennzeichen, oft von wildem Geißblatt umrankt, während auch Brombeergebüsche deutlich in der Vegetation hervortreten.
Der Untergrund trägt zur Erklärung der Vielfalt bei: Küstengneis und ein Diabasgang sorgen für den Wechsel zwischen kahlen Felsen, Spalten und üppigeren Bereichen. Die Flora ist geschützt; Pflanzen dürfen nicht ausgegraben werden, und Moose, Flechten und holzbewohnende Pilze dürfen nicht gepflückt werden.