670 mVogelturm an der Skjernåvej
In der Nähe eines Vogelbeobachtungsturms mit weitem Blick über Hestholmsøen und die Wiesen.
Skjern Enge ist ein großes, flaches Feuchtgebiet, in dem das Wasser nicht ordentlich in einem einzigen See liegt, sondern als Wasserläufe, glänzende Wasserflächen, feuchte Wiesen und Schilfwälder auftaucht. Dadurch entsteht eine Landschaft mit weiten Blicken und wenigen Störungen – ideal für einen ruhigen Spaziergang, aber auch dafür, stehen zu bleiben und die Bewegungen auf dem Wasser zu beobachten.
Die Vogelwelt ist ein prägender Teil des Gebiets. Aussichtstürme und Beobachtungshütten ermöglichen den Blick über die Wiesen, ohne das feuchte Gelände betreten zu müssen, und die Aussichtspunkte bieten einen Überblick über das Flusstal und die niedrigen Horizonte.
Die Wege können zu Fuß, mit dem Fahrrad und zu Pferd genutzt werden, sofern entsprechende Zugänge angelegt sind. Einige Touren bieten unterwegs eine ganz handfeste Pause: An den Seilfähren zieht man sich selbst mit einem Seil über die Skjern Å, und die Überquerung wird zu einem Teil des Naturerlebnisses – nicht bloß zu einem Transportmittel.
Hinter der offenen Natur verbirgt sich eine ungewöhnliche jüngere Geschichte. Zunächst wurde das Wasser abgeführt, um Ackerland zu schaffen, später erhielten der Fluss und die Wiesen wieder Raum. An der Pumpestation Nord tritt der Kontrast deutlich hervor: Auf der einen Seite liegt das renaturierte Feuchtgebiet, auf der anderen die geraderen Linien der Entwässerung.
Holter ähnelt vor allem einer flachen, offenen Feldlandschaft nördlich des Skjern Ådalen. Gerade die Felder bei Holter und Falbækvej sind jedoch im Mai als Rast- und Nahrungsplatz für den Goldregenpfeifer bekannt.
Es ist ein kurzes Zeitfenster: Außerhalb der Zugzeit kann der Ort ganz gewöhnlich wirken. Im Herbst und in milden Wintern können auch kleinere Trupps von Berglerchen auftauchen, sodass Holter vor allem das geduldige Fernglas belohnt.
Kong Hans’ Bro spannt 55 Meter über die Skjern Å und gilt als Dänemarks längste hängende Holzbrücke. Sie wurde 2003 im Zuge der Renaturierung errichtet, doch der Ort ist als Übergang viel älter: Bei den Ausgrabungen fand man Reste von Pfosten einer Eichenholzbrücke aus etwa 1105.
Der Name verweist auf eine härtere Geschichte. König Hans stürzte hier 1513 in das eiskalte Wasser, wurde krank und starb später. An der Brücke steht der Gedenkstein, und die Pylone sind aus Flotteneichen gebaut, die ursprünglich für Kriegsschiffe vorgesehen waren.
Pumpstation Nord ist die größte der fünf Pumpstationen aus dem Entwässerungsprojekt der 1960er-Jahre und noch immer in Betrieb. Das technische Gebäude steht als ein recht deutliches Zusammentreffen von Natur und Wassersteuerung in Skjern Enge.
Bei der Pumpstation liegt die Fähre nach Kalvholm, der größten Insel des Deltas. Bei extrem hohem oder niedrigem Wasserstand kann die Fähre jedoch außer Betrieb sein.
Skjern Enge ist eine feuchte, offene Landschaft, geschaffen durch einen wieder mäandrierenden Fluss, Wiesen, Seen und Wasserflächen. Das bietet gute Bedingungen für Wasser- und Wiesenvögel, und am Hestholm Sø kann man vom Vogelturm und vom Parkplatz an der Skjernåvej aus einen guten Überblick über Enten- und Watvögel gewinnen.
Das Vogel-Erlebnis dreht sich nicht nur um Artenlisten. Hier sind es oft die Bewegungen auf dem Wasser, rastende Schwärme und Vögel im Schilf und auf feuchten Wiesen, die den besonderen Rhythmus des Ortes offenbaren.
Der Vogelturm östlich von Lønborggaard gehört zu den meistbesuchten im Skjern-Å-Tal und bietet einen freien Blick über die Wiesen- und Feuchtgebiete. Im Westen liegt der alte bischöfliche Gutshof; im Osten markiert die Lønborg Kirche die Landschaft.
Von hier aus gibt es gute Chancen auf Enten- und Watvögel, und das Gebiet kann unter anderem im Frühjahr Kampfläufer, im Sommer Löffler und das ganze Jahr über Seeadler bieten. Der Boardwalk wurde 2021 renoviert, sodass der Weg hinaus normalerweise trockenen Fußes zurückgelegt werden kann.
Die Kirche von Lønborg liegt hoch auf dem Hügel südwestlich von Skjern, mit Blick über Skjern Enge, die Verzweigungen der Skjern Å und das flache Land in Richtung Ringkøbing Fjord. An klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Dünen an der Nordsee.
Der Ort ist auch ein alter Knotenpunkt: Hier kreuzten sich Wege, und ein tiefer Hohlweg führt hinab zur ehemaligen Fährstelle über den Fluss. Beim Aussichtspunkt gibt es einen Parkplatz, eine Infotafel sowie Tische und Bänke.
Skænken Sø ist ein flacher See und ein Feuchtgebiet nahe der Skjern Å und Kong Hans’ Bro. Es gehört zur wiederhergestellten Flussauenlandschaft, in der Wasser, Wiesen, Wege und Vogelwelt nach der Renaturierung der Skjern Å wieder das Gelände prägen.
Das Besondere hier ist Wassernabel, eine seltene Wasserpflanze, die im Juli und August mit weißen Blüten auf der Wasseroberfläche blühen kann. Am See gibt es Parkmöglichkeiten, und ein befestigter Weg verbindet das Gebiet über Kong Hans’ Bro mit Skjern Bådehavn.