12 kmKammerslusen bei Ribe
Dasselbe Zusammenspiel von Fluss, Deich und Wattenmeer; gut als naher Zusammenhang auf der Tour.
Rejsby Schleuse liegt dort, wo die Rejsby Å ins Wattenmeer geleitet wird. Es ist ein Ort mit wenigen Mitteln: das Wasser, der Deich, der Wind und die weiten Ebenen. Von der Schleuse aus bekommt man ein klares Gefühl dafür, wie das Marschland hinter dem Deich und das Gezeitengebiet davor zusammenhängen.
Von der Schleuse aus kann man am Rejsby Deich entlang fahren. Nach Norden öffnet sich die Landschaft mit der besonderen Natur des Wattenmeers, und bei Råhede Vade liegt eine bewachsene Marschinsel, umgeben von Rinnen und Prielen. Gerade die kleinen Wasserläufe und Gezeitenflächen machen das Gebiet so wandelbar; die Landschaft verändert sich mit Ebbe, Flut, Wellen und abgelagertem Material.
Die Schleuse ist auch Teil der Geschichte vom menschlichen Versuch, das Meer fernzuhalten und das Wasser aus dem Hinterland abzuleiten. Hier sind Deich, Schleuse und Entwässerung keine abstrakten Begriffe, sondern sichtbare Teile der Landschaft. Bei Rejsby Schleuse steht ein Gedenkstein für die 19 Deicharbeiter, die während der Sturmflut 1923 ums Leben kamen. Er verleiht dem offenen Ort eine dunklere Schwere, mitten im Blick über eine Landschaft, die weiterhin vom Wasser bestimmt wird.
Der Gedenkstein bei Rejsby Sluse weist auf die dunkle Seite der Deichlandschaft hin. Am 30. August 1923 traf eine Sturmflut die Rejsbymarsch, während der neue Seedeich im Bau war. Das Wasser schloss die Arbeiter ein, und 19 Deicharbeiter ertranken.
Der Stein wurde 1925 enthüllt und steht als nüchterne Erinnerung an das Unglück. Der Deich wurde 1923-1925 errichtet und erhielt später den Namen Christian X’s Dige; hinter der offenen Marsch liegt auch die Geschichte von Arbeit, Risiko und fehlender Warnung.
Bei Rejsby Sluse gibt es drei Shelters und eine Feuerstelle aus dem Jahr 2020. Die Übernachtung ist kostenlos und erfordert keine Buchung, sodass der Platz nach dem einfachen Outdoor-Prinzip funktioniert: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Ein lokaler Reisebericht beschreibt den Ort als privat gepflegt mit Feuerstelle, Brennholzschuppen und einer kleinen Toilette. Vom Deich aus ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut deutlich spürbar, und das Feuer gehört an Tagen ohne starken Wind oder Trockenheit dazu.