Pumpstation Nord ist ein Aussichtspunkt mit mehr Gewicht als ein gewöhnlicher Vogelbeobachtungsturm. Hier steht man auf einem Gebäude, das weiterhin Teil der Wassersteuerung rund um Skjern Enge ist, während sich die Landschaft in flachen Schichten ausbreitet: Kanäle, Deiche, nasse Wiesen, Felder und ein niedriger Horizont.
Das Besondere ist nicht nur die Aussicht, sondern der Kontrast. Im Norden liegt das Agrarland, das die Pumpstation weiterhin trocken zu halten hilft. Im Süden und Westen liegt das wiederhergestellte Naturgebiet, wo das Wasser wieder mehr Raum bekommen hat. Das Betongebäude macht die Geschichte nüchtern: Das Skjern-Tal ist nicht nur Natur, sondern eine Landschaft, die Menschen begradigt, entwässert, bereut und neu gestaltet haben.
In der Pumpstation gibt es eine kleinere Ausstellung über die Pumpen und die Verwandlung von nassen Wiesen zu Feldern und weiter zu wiederhergestellter Natur. In der Nähe liegen Wege, Schleppfähren, Tische, Bänke und Übernachtungsmöglichkeiten im Shelter, sodass der Ort als Basis für eine kurze Pause ebenso dient wie für eine längere Tour hinaus in die Wiesen. Hier liegen Technik, Vogelwelt und dänische Naturpolitik so nah beieinander, dass der Wechsel fast mit dem Finger gezeigt werden kann.
Unmittelbar westlich von Pumpestation Nord steht der Gedenkstein für die Entwässerung des Tals, errichtet 1977 von Grundeigentümern im Skjernå-Tal. Auf dem Stein steht: „Entwässerung des Aatal 1940-1969. Durch Zusammenhalt wurde fruchtbares Land gewonnen“ gefolgt von vier Namen.
Der kurze Text ist im Laufe der Zeit mehrdeutig geworden. Die Entwässerung machte aus nassen Wiesen landwirtschaftliche Nutzfläche, doch später wurden große Teile des Skjern Ådal renaturiert, und rund 2.200 der etwa 4.000 entwässerten Hektar wurden wieder in Natur zurückgeführt.
Blishønen liegt bei Pumpestation Nord und bietet vom Nordufer aus Zugang zu Kalvholm, der größten Insel des Deltas. Die Fähre ist selbstbedient: Man zieht sich am Seil entlang der Kante über den Bach, sodass die Überfahrt eine kleine körperliche Erinnerung daran wird, dass die Skjern Enge eine Wasserlandschaft und nicht nur eine Aussicht ist.
Die Fähre kann bis zu 12 Personen auf einmal befördern, Fahrräder können mitgenommen werden, und an Bord befinden sich Schwimmwesten. Die andere Treckfähre, Rørhønen, erreicht man von Süden über die Gl. Botoftevej.
Bei Pumpstation Nord liegt ein einfacher Übernachtungsplatz mit zwei großen Sheltern, Grillplatz und Trockentoilette. Der Platz liegt offen in der Landschaft nahe der Skjern Å, den Fährkähnen und der Pumpstation, so dass Wind, Wasser und flache Wiesen hier ganz nah am Schlafsack sind.
Es gibt kein Wasser direkt am Platz, und der Platz der Naturstyrelsen kann nicht reserviert werden. Eine Toilette gibt es außerdem in der Pumpstation etwa 100 Meter entfernt – ein praktisches Detail, wenn die Nacht in den Wiesen rauer als romantischer wird.
Nördlich des Deichs liegt die andere Hälfte der Geschichte. Hier entwässert Pumpstation Nord noch immer große Ackerflächen in Richtung Skjern Å, und die Landschaft ist flach, reguliert und kultiviert.
Die Felder wurden nicht auf dieselbe Weise wie die zentralen Teile von Skjern Enge als Feuchtgebiet wiederhergestellt. Deshalb steht der Deich fast wie eine Linie in der Landschaft: kontrolliertes Ackerland auf der einen Seite, wiederhergestelltes Feuchtgebiet auf der anderen.
Von Pumpstation Nord führt der Pfad etwa 3 km nach Westen zum Ringkøbing Fjord, wo der Skjern Å mündet. Die Route folgt einem Feldweg und Trampelpfad entlang des Flusses durch Sümpfe, Weidengebüsch und Erlenwald.
Hier wird die Arbeit des Wassers sichtbar: Der Fluss teilt sich in mehrere Läufe und lagert Material im einzigen Flussdelta Dänemarks ab. Am Ende steht ein Aussichtsturm mit Blick über das Delta, den Fjord und die Dünen am Horizont.
Der Parkplatz bei Pumpestation Nord bietet Platz für etwa 15 Autos und liegt als praktischer Ausgangspunkt für Touren in Skjern Enge. Hier gibt es Informationstafeln über das Skjern Å-Projekt sowie einen Pavillon mit Halbüberdachung und festem Untergrund.
Vom Platz aus ist es nur ein kurzer Weg zum Aussichtspunkt der Pumpstation, zu den Wegen in Richtung Delta, zu den Seilfähren und zu den Rastmöglichkeiten am Fluss. In der offenen Wiesenlandschaft kann das Wetter die Tour schnell rauer machen, besonders wenn Wind, Regen und Feuchtigkeit zunehmen.