Port de Sóller ist leicht zu erfassen: Das Wasser liegt mitten im Geschehen, und rund um die Bucht drängen sich Strand, Marina, Promenade und Cafés dicht zwischen dem Mittelmeer und dem Tramuntana-Gebirge. Es ist eine Hafenstadt, in der man schnell vom Badestrand zu Molen, kleinen Booten und dem Blick auf die Felsen an der Einfahrt wechselt.
Der Ort ist beliebt und deutlich vom Urlaub geprägt, doch der Hafen hat mehr Charakter als eine reine Strandpromenade. Port de Sóller dient weiterhin als Fischerei- und Yachthafen sowie als Hafen für den lokalen Passagierverkehr, und die Boote in der Bucht machen die Seefahrt sichtbar, ohne den Ort museal wirken zu lassen.
Vom Hafen fahren Boote entlang der nordwestlichen Küste unter anderem nach Sa Calobra und zum Torrent de Pareis. Vom Wasser aus wird die Rolle der Bucht noch deutlicher: Hier liegt ein seltener geschützter Ort an einer Küste, an der sonst Steilwände, schmale Buchten und das offene Meer den Takt vorgeben.
Die flache Promenade zeigt ein Bild von Port de Sóller; die Höhen um den Hafen herum ein anderes. Im Westen markiert der Leuchtturm Cap Gros die Einfahrt, während der Leuchtturm Sa Creu auf der Ostseite liegt. Hinter der Hafenstadt erhebt sich die Serra de Tramuntana als Kulturlandschaft, geprägt von Terrassen, Trockenmauern und Wasseranlagen — eine Bergkulisse, die nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Erklärung des Ortes ist.
Die Tranvía de Sóller wurde am 4. Oktober 1913 als Mallorcas erste elektrische Straßenbahnlinie eröffnet. Die knapp 4,9 Kilometer lange Strecke wurde angelegt, um Sóller mit Port de Sóller zu verbinden.
Die Fahrt geht vom Bahnhof in Sóller durch die Stadt, vorbei an Gärten, Orangen- und Zitronenhainen und hinunter zur Promenade am Es Través. Die ursprünglichen Triebwagen 1-3 stammen noch aus dem Jahr 1913; früher beförderte die Bahn auch Fisch, Orangen, Kohle und andere Güter zwischen dem Hafen und der Stadt.