9 kmNørre Omme kirkegård als Sinnesgarten
Stiller Dorffriedhof mit Sinnesgarten und alten Grabdenkmälern passt zu Ruhe und lokaler Geschichte.
Die Ølstrup Kirche liegt still im Dorf, doch das Mittelfeld des Altarretabels macht den Kirchenraum ungewöhnlich. Hier hängt Emil Noldes Abendmahl in Emmaus, eigens für diese Kirche gemalt und heute nach einer bewegten Nachgeschichte wieder an seinem Platz.
Das Motiv basiert auf der Erzählung vom Mahl in Emmaus, bei dem die beiden Jünger Jesus erkennen. In Ølstrup wirkt das Bild nicht wie ein losgelöstes Kunstwerk, sondern als Teil eines älteren Altarretabels und eines Raumes, in dem mehrere Epochen übereinanderliegen.
Blicken Sie im Chor nach oben: Hier bildet das Gewölbe einen achtzackigen Stern, und von dessen Spitzen breiten sich kalkgemalte, stilisierte Palmblätter aus. Der Kontrast zur flachen Balkendecke des Langhauses macht den Übergang zwischen den Räumen der Kirche deutlich.
Die Ausstattung führt die Kirche weiter zurück als die Nolde-Geschichte. Das romanische Granittaufbecken, die Kanzel und der Küsterstuhl vom Beginn des 17. Jahrhunderts sowie das Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert geben kleine, feste Anhaltspunkte in einem Kirchenraum, der im Laufe der Zeit verändert wurde.
Auf dem Friedhof liegt ein großer Hügel als eine eher ungeklärte Spur. Hier ist man auf sehr große Steine gestoßen, und deshalb wird die Möglichkeit erwähnt, dass der Hügel eine Steinkammer oder eine Ganggrabkammer verbergen könnte. Bewiesen ist das nicht, doch in Gedanken macht es den Friedhof älter als die Kirchenmauern selbst.
Da Emil Noldes Altarbild gestohlen worden war, malte Alice Ravnholt aus der Gemeinde 2014 ein temporäres Altarbild für die Ølstrup Kirche. Das Motiv ist Die Frauen am Grab, aber das Grab ist keine ferne biblische Felsenhöhle: Es basiert auf einer Grabkammer am Langdyssevej außerhalb von Ølstrup.
Nachdem Noldes Bild 2019 zurückgekehrt war, verlor Ravnholts Werk seinen Platz im Altarbild. Laut dem Pastorat hängt es nun an der Nordwand des Kirchenschiffs.
Das Altarbild Mahlzeit in Emmaus wurde 1904 von Emil Nolde für die Ølstrup Kirche gemalt. Das Motiv knüpft an die Erzählung aus dem Lukasevangelium vom Mahl in Emmaus an, bei dem die Jünger den auferstandenen Jesus erkennen.
Die neuere Geschichte des Bildes ist fast zu turbulent für den kleinen Kirchenraum: 2014 im März gestohlen, 2018 in Norddeutschland stark beschädigt wiedergefunden und 2019 nach der Restaurierung zurückgebracht. Am 1. Dezember desselben Jahres wurde es an seinem Platz erneut geweiht.