Der Eintritt zum Oddesundtårnet ist kostenlos; der Turm ist von 8 bis 22 Uhr geöffnet. Die Tür wird mit einem QR-Code geöffnet, und das Telefon muss über eine Internetverbindung verfügen. Dadurch eignet sich der Turm sowohl für einen kurzen Halt an der Oddesundbrücke als auch als Ausgangspunkt für einen Ausflug entlang der Küste.
Der 12,5 Meter hohe Turm steht etwa 40 Meter vom Fjord entfernt. Von der Glasebene und der Spitze hat man freie Sicht in alle Richtungen über Oddesund, die Brücke und die Küstenlandschaft. Die Ausstellung im Inneren verbindet den Ausblick mit der Natur, Geologie, Kulturgeschichte und Kriegsgeschichte der Region. Strandwälle, Strandseen, Salzwiesen und kleine Heideflächen liegen dicht um die etwa 400 Meter breite Meerenge.
Oddesund entstand sowohl durch Erosion als auch durch Ablagerung. Die beiden Landzungen haben daher unterschiedliche Formen, während die Lage des Sunds ihn zu einer wichtigen Überfahrt zwischen Thy und dem Gebiet südlich des Limfjords machte.
Vom Turm führt ein etwa vier Kilometer langer Naturpfad zwischen Oddesund und Sunddraget. Er folgt der Küste und verläuft über Salzwiesen, wo der Untergrund nass sein kann; daher ist wasserdichtes Schuhwerk sinnvoll. Es ist nicht angegeben, ob der Pfad ein Rundweg, deutlich ausgeschildert oder für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen geeignet ist.
Spuren der alten Fähranleger sind auf beiden Seiten des Sunds zu sehen – ein dezenter Rest aus der Zeit vor der festen Verbindung.
Das Oddesundtårnet ist als praktischer Fahrradstopp am Fjord eingerichtet und bietet Fahrradstellplätze sowie eine Steckdose zum Aufladen von Fahrrädern. Ein besonderes Detail ist die integrierte, speziell angefertigte Halterung für eine Fahrradpumpe. Am Strand gibt es außerdem Sitzgruppen mit Tischen und Bänken.
Der Naturpfad bei Oddesund Nord beginnt am Turm, aber das Fahrrad muss im Ausgangsbereich bleiben. Fahrräder dürfen aus Rücksicht auf die Vogelwelt und die weidenden Tiere nicht mit auf die Route genommen werden.
Regelbau 411 ist eine Kunsthalle für dänische und internationale Klang-, Licht- und Videokunst in zwei Bunkern bei Oddesund. Hier sind die Räume keine neutrale Hülle: rohe Betonwände, Rost, Kalk, Akustik und labyrinthische Raumfolgen werden Teil der ortsspezifischen Kunst.
Die Bunker waren Teil der deutschen Flugabwehrstellung rund um die Oddesundbrücke während des Zweiten Weltkriegs. Der Typ L/411A beherbergte ursprünglich eine Garage und einen Generator für einen 60 Zentimeter großen Scheinwerfer, der nachts feindliche Flugzeuge beleuchten sollte. Der Scheinwerferbunker bildet somit heute den Rahmen für Lichtkunst.
Christian Vandet Jørgensen wurde als Æ Skawmand bekannt, weil er jahrzehntelang bei Oddesund Nord in einem Kleiderschrank auf Rädern lebte. Tagsüber stand der Schrank mit geöffneter Tür auf, sodass er kochen und Schutz suchen konnte. Nachts legte er ihn um und schlief darin. Später bekam der Schrank ein kleines Guckloch, und nach 24 Jahren baute er einen Schuppen darum.
Er lebte allein, aber nicht völlig abgeschottet: Er nahm Tagelöhnerarbeiten an und unterhielt sich gerne mit Besuchern, die der Überlieferung zufolge die Türschwelle nicht überschreiten durften. Er starb 1956 und wurde auf dem Friedhof von Odby beigesetzt. Der Grabstein endet passend rätselhaft: »Es gibt Runen, die niemand deuten kann«.