Nørre Omme kirkegård liegt dicht um die alte Kirche aus Granitquadern und trägt noch immer den Charakter eines westjütischen Dorfkirchhofs. Die Steinwälle fassen den Ort zusammen, sodass eine kurze Runde schnell mehr wird als nur ein Weg vom Tor zur Kirche. Hier gibt es Namen, Jahreszahlen, Steine und Kreuze, aber auch kleine Aufenthaltsorte, an denen sich das Tempo fast von selbst verlangsamt.
Das Besondere ist der Sinnesgarten, der auf ungenutzten Grabstellen als kleine offene Räume zwischen den Gräbern angelegt wurde. Er ist für die Sinne gedacht: Geschmack in die eine Richtung, etwas Hartes oder Weiches zum Fühlen in eine andere, Farben für das Auge und Düfte an anderer Stelle. So wird der Friedhof zu einem Wandelgarten, ohne die Ernsthaftigkeit des Ortes zu nehmen.
Der Garten verändert seinen Charakter, weil lokale Freiwillige beim Pflanzen und Austauschen der Bepflanzung mitwirken. Deshalb ist der Sinnesgarten nicht nur ein Plan auf Papier, sondern ein kleines Stück lebendige Pflege mitten an einem Ort der Erinnerungen.
Zwischen den Grabstellen stehen erhaltenswerte Steine und gusseiserne Kreuze als kurze, stumme Spuren lokalen Lebens und Handwerks. Der Friedhof ist weiterhin aktiv, daher gehört Rücksichtnahme dazu. Gerade die Mischung aus Grabstätte, Garten und Alltagsruhe ist das deutlichste Eigenmerkmal des Ortes.
Auf dem Friedhof von Nørre Omme sind ungenutzte Grabstätten zu kleinen offenen Sinnesräumen zwischen den Gräbern geworden. Im Südwesten geht es bei der Bepflanzung um den Geschmack, im Nordwesten um Hartes und Weiches, im Nordosten um Farben und im Südosten um Düfte.
Der Sinnesgarten ist als behutsamer Teil des Friedhofs gedacht, nicht als Ersatz dafür. Es gibt die Möglichkeit, sich mit mitgebrachtem Kaffee hinzusetzen, und die Pflanzen können versetzt werden, weil der Garten sich ständig verändert.
Der Sinnesgarten auf dem Friedhof Nørre Omme ist nicht einfach angelegt und dann vergessen worden. Der Kirchenvorstand setzt Hilfsstunden für die Pflege ein, während lokale Freiwillige die Bepflanzung und den Austausch der Pflanzen übernehmen.
Das macht den Garten zu einem kleinen, konkreten Stück Gemeinschaftsarbeit zwischen den Gräbern. Hier ist der Friedhof als Ort für Tote und Lebende gedacht, mit Pflanzen, die die Sinne ansprechen, und Raum für ruhige Besinnung.