840 mLille Vildmosecentret
Naheliegender erster Stopp mit Informationsangebot, Familienaktivitäten und Zugang zum restlichen Lille Vildmose
Lille Vildmose ist kein kleines Moor im gewöhnlichen Sinne, sondern eine große Landschaft aus Hochmoor, Wäldern, ehemaligen Sphagnum-Abbauflächen und offenen Flächen. Hier geht es beim Erlebnis ebenso sehr um Weite, Stille und Vögel über dem Wasser wie um die Chance, die großen Tiere im Gelände zu entdecken.
In Høstemark Skov und Tofte Skov unterscheidet sich die Natur von den offenen Moorflächen. Die Wälder sind Weidewälder und Naturwälder, in denen große Pflanzenfresser über lange Zeit dazu beigetragen haben, das Waldbild offener und vielfältiger zu halten. Heute gehören Rothirsche und Wildschweine zu den Tieren, die das Gebiet prägen; Wildschweine leben nur in Tofte Skov und Mose.
Die Vogelwelt ist ein weiterer Grund, an den Aussichtspunkten etwas länger stehen zu bleiben. Das Gebiet wird unter anderem als wichtig für Kranich, Seeadler, Steinadler, Ziegenmelker und mehrere Arten genannt, die an offene Landschaften und Waldränder gebunden sind.
Am wiederhergestellten Birkesø wird die Renaturierung besonders sichtbar. Der See hat ein reiches Vogelleben angezogen, und am nördlichen Ende befindet sich ein Aussichtspavillon. Vom Lille Vildmosecentret führt eine Wegverbindung zum Pavillon, und ein Trampelpfad östlich um den See bietet die Möglichkeit zu einer Runde durch das offene Moorgebiet.
Birkesø war mehr als 250 Jahre lang als See verschwunden. Er wurde 1761 entwässert, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen, doch 2017 kehrte das Wasser als flacher See von etwa 130 Hektar zurück.
Die Wiederherstellung sollte Lille Vildmose einen natürlicheren Wasserhaushalt geben und die Entwässerung bei Tofte Mose verringern. Am Nordende gibt es eine Aussichtsplattform, und drei kleine Inseln wurden für bodenbrütende Vögel angelegt. Unter der Wasseroberfläche liegt ein alter Seeboden, der absank, während das Moor abgebaut und entwässert wurde.
Das Lille Vildmosecentret liegt mitten im Moor und dient als konkreter Ausgangspunkt, bevor die Landschaft groß, nass und unübersichtlicher wird. Die Ausstellungen behandeln die Entstehung des Moores, Menschen, Pflanzen und Tiere, und das InfoCenter kann Tipps für die weitere Tour geben.
Mit dem Eintritt zum Zentrum erhält man unter anderem Zugang zu einem Naturspielplatz, einem Wildschweingehege, einem Lunchpaketraum, einem Aussichtsturm, einem Kino und einem Adlersimulator. Vom Bahnsteig aus fährt der Tørvetoget an ausgewählten Tagen in Richtung Birkesø. Auf dem Parkplatz können die Vogelstimmen in den Bäumen allerdings durchaus aus Lautsprechern kommen.
Portlandmosen ist der Teil von Lille Vildmose, in dem die Wildheit des Moores einen deutlichen industriellen Nachklang hat. Aalborg Portland Cement baute hier von 1937 bis 1963 Torf ab, und zeitweise arbeiteten etwa 1.200 Männer im Moor.
Die alten Abbaugräben liegen noch immer als lange, wassergefüllte Einschnitte in der Landschaft. Bei der Renaturierung geht es vor allem darum, das Wasser zurückzuhalten, damit Sphagnum und Hochmoorarten bessere Bedingungen erhalten, während es für Birken schwieriger wird, die Fläche zu übernehmen.
Die Wildschweine in Lille Vildmose gehören nach Tofte Skov, einem eingezäunten Reservat im südlichen Teil des Moores. Der Bestand wird als alt und isoliert beschrieben; Naturbasen gibt an, dass hier seit 1926 Wildschweine leben.
Tofte Skov ist normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen, daher bietet sich die konkreteste Möglichkeit beim Lille Vildmosecentret. Hier werden die Wildschweine täglich um 11.15, 13.15 und 15.15 Uhr an einer automatischen Futtertonne im Vermittlungsbereich Det Vilde gefüttert.
Der Torfzug ist der geführte Schmalspurbahnzug des Lille Vildmosecentret von der Plattform bei Møllesøgaard nach Birkesø, eine Strecke von etwa 750 Metern. Unterwegs fährt der Zug in das Mellemområdet hinein, wo Elche und Rothirsche ausgesetzt sind.
Bei Birkesø gibt es einen Halt an der Pavillon mit der Möglichkeit, die Vogel- und Tierwelt rund um den See zu beobachten. Der Zug verweist auch auf die Arbeitsgeschichte des Moors: Schmalspurbahnen und Kipploren waren einst praktische Werkzeuge beim Torfstechen.