In Jelling liegt Dänemarks frühe Königsmacht nicht hinter Glas verborgen, sondern gesammelt in der Landschaft rund um die Kirche. Die beiden Runensteine stehen vor der weißen Kirche zwischen dem Nordhügel und dem Südhügel, und gerade diese enge Lage macht den Ort leicht lesbar: heidnische Grabmonumente, christliche Kirche und königliche Selbstdarstellung auf wenigen Schritten.
Das Monumentgebiet umfasst mehr als die berühmten Steine. Hier finden sich auch Spuren einer großen Schiffssetzung und einer mächtigen Palisade, die eine Anlage von etwa 360 x 360 Meter eingerahmt hat. Es lohnt sich, diese Größe im Hinterkopf zu behalten, denn ein Teil der Wirkung Jellings liegt in dem, was man nur teilweise sieht: eine Inszenierung von Macht, Geschlecht und Glauben aus der Wikingerzeit mitten in der heutigen Stadt.
Der große Jellingstein erzählt, dass Harald Blauzahn ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte. Er wird oft als Dänemarks Taufurkunde bezeichnet, doch die Geschichte ist nicht ganz so einfach: Christliche Strömungen gab es bereits vor Haralds offizieller Markierung. Neben den Monumenten vermittelt Kongernes Jelling die Wikingerkönige und die Anlage, sodass das Außengelände und die Ausstellung als zwei Schichten desselben Ortes gelesen werden können.
Kongernes Jelling liegt bei den Jelling-Monumenten und dient als Eingang des Museums zur großen Anlage im Freien. Hier werden Runensteine, Hügel, Kirche, Schiffssetzung und Palisade in die Erzählung über Gorm den Alten, Harald Blauzahn und die frühe dänische Königsmacht eingebettet.
Die Ausstellung nutzt digitale und interaktive Mittel, sodass die Monumente draußen erkundet und drinnen weiter erklärt werden können. Das Besondere ist gerade der Wechsel zwischen Gras, Stein und Bildschirm in einem Welterbegebiet aus dem 10. Jahrhundert.
Die beiden Jellingsteine stehen vor der Kirche von Jelling zwischen dem Nordhügel und dem Südhügel. Der kleine Stein wurde von Gorm dem Alten für Thyra errichtet und enthält eine frühe Inschrift mit dem Namen Dänemark auf dänischem Boden.
Der große Stein wurde um 965 von Harald Blauzahn errichtet. Hier rühmt sich der König, Dänemark und Norwegen gewonnen und die Dänen zu Christen gemacht zu haben. Der Stein trägt Runen, ein von einer Schlange umwundenes Tier und eine Christusfigur, die das Nationalmuseum als die älteste des Nordens beschreibt.
Die Jelling Kirke liegt eingezwängt zwischen dem Nordhügel, dem Südhügel und Harald Blauzahns Runenstein, doch sie ist nicht bloß Schmuck im Monumentgebiet. Die heutige weiß gekalkte Steinkirche wurde um das Jahr 1100 an einem zentralen Ort der königlichen Anlage des 10. Jahrhunderts errichtet.
Unter dem Fußboden haben Ausgrabungen Pfostenlöcher, Lehmschichten und ein vornehmes Grab aus der Wikingerzeit gefunden. Die Spuren sind schwer eindeutig zu deuten: Hier könnten Holzkirchen gestanden haben, vielleicht aber auch eine aristokratische Halle vor der Kirche.