Hodde Gamle Skole wirkt gerade deshalb, weil sie so klein ist. Hier ist es nicht weit von der Tür bis zur Tafel, und der Raum fühlt sich eher wie eine unterbrochene Unterrichtsstunde an als wie eine Ausstellung. Schulbänke, Lehrerpult, Tafeln, Griffel, Schulbücher und Anschauungsbilder halten die Schulstube noch immer zusammen, sodass man den alten Schulalltag mit heutigen Bildschirmen, Taschen und Whiteboards vergleichen kann.
Die Dinge dürfen mit Maß berührt werden, und Fotografieren ist erlaubt. Das macht den Ort konkret, ohne ihn groß zu machen; man steht ganz nah an den Gegenständen, die in der Schulgeschichte sonst leicht zu bloßen Worten werden.
Die Schule liegt ganz dicht bei der Hodde Kirke, tatsächlich im Friedhofswall. Die Lage sagt etwas über eine Dorfgemeinschaft aus, in der Schule, Kirche, Pfarrer und Lehrer eng miteinander verbunden waren und in der die Rolle des Lehrers auch in das kirchliche Leben hineinreichen konnte.
Der Alltag in der Schulstube war auch nicht losgelöst von der Umgebung. In Westjütland konnte sich der Schulbesuch nach dem Rhythmus der Landwirtschaft richten, sodass die Zeit der Kinder an den Schulbänken nicht nur dem Kalender folgte, sondern auch der Arbeit draußen.
Die Schulstube konnte im Winter im Zusammenhang mit Taufen genutzt werden, wenn die Kirche kalt war: Die Patin und das Kind konnten in der warmen Schulstube warten, bevor sie in die Kirche gingen. Hier wird die Lage des Gebäudes mehr als nur praktisch; sie erzählt, wie eng Alltagsleben und kirchliches Leben beieinanderlagen.
In Hodde Gamle Skole ist die Kälte fast ein Teil der Geschichte. Die Schulstube wurde im Winter von einem einzigen Ofen beheizt, und es wurde mit Torf gefeuert.
Im Winterhalbjahr 1834-35 mussten einige der ältesten Schulmädchen zwischen den Stunden Torf in den Kachelofen legen. Das eigene Zimmer des Lehrers war so schwer zu beheizen, dass es in den ersten Jahren meist nur im Sommer genutzt wurde.