3.4 kmFilsø
Nahe Naturstätte mit See, Aussichtspunkten und starkem Bezug zu den Wikingerspuren der Kirche
Henne Kirche liegt hoch im westlichen Teil von Henne Kirkeby, etwas nördlich von Filsø. Von außen ist sie eine schwere Granitkirche mit romanischem Kern und späteren Ergänzungen, doch es lohnt sich, auf die kleinen Spuren in den Mauern zu achten: alte Türöffnungen, erhaltene romanische Fenster und Bildquader im Mauerwerk des Chors.
Im Inneren der Kirche ist die Geschichte keine einzige reine Stilperiode. Hier treffen romanischer Taufstein, gotischer Altaraufsatz, Seitenaltäre und eine seltene frühgotische Kruzifixgruppe aufeinander. Eines der eigenwilligeren Elemente ist das Altarfrontpanel mit Gemälden katholischer Offiziere aus dem Kaiserkrieg; ein Motiv, das man in einer westjütländischen Dorfkirche nicht sofort erwarten würde.
Bei der Kirche stehen Informationstafeln über eine wikingerzeitliche Siedlung bei Filsø. Archäologen deuten das Gebiet als einen spezialisierten Produktions- und Umladeplatz, an dem der Weg vermutlich am See endete und von wo Waren weiter über die Henne Mølleå transportiert werden konnten. Die Funde weisen weit über Henne hinaus: von Norwegen und dem Rhein-Gebiet bis zum Schwarzen Meer und zur arabischen Welt. Der stille Kirchhügel steht damit auf einer Landschaft, in der sowohl Stoffe, Bernstein als auch Fernverbindungen ihre Spuren hinterlassen haben.
Der Altaraufsatz ist keine einheitliche, stilreine Zeitschicht, sondern besteht aus mehreren übereinanderliegenden Lagen. Er begann um 1500 als spätgotischer Flügelaltar und wurde um 1600–1620 in einen größeren Renaissanceaufbau eingefügt.
Im Mittelschrein steht die Gnadenstuhlsgruppe mit Gottvater und Christus, flankiert von Maria mit dem Kind und einem Bischofsheiligen, vermutlich Sankt Nikolaus. Die Farben, die man heute sieht, gehen vor allem auf die Barockfassung von 1725 zurück, die bei der Restaurierung 1918 wieder freigelegt wurde.