Dies ist kein Ort mit großen Monumenten in den hier vorliegenden Informationen. Es ist eine lokale Erinnerungsgeschichte, verbunden mit dem Bahnhof Ansager und der Stadt ringsum: von den Tagen, als deutsche Flüchtlinge mit dem Zug kamen und weiter auf vorübergehende Aufenthaltsorte verteilt werden sollten.
Die Erzählung beginnt in Grindsted, wo in den Befreiungstagen zwei voll besetzte Züge mit Flüchtlingen aus Ostpreußen über Kopenhagen ankamen. Laut dem lokalen Bericht standen plötzlich etwa 1.200-1.500 Menschen da und brauchten in der Stadt und Umgebung Nahrung, Hilfe und Unterkunft.
Ansager bekam seinen Anteil an den Flüchtlingen. Einige gingen zu Fuß, andere wurden mit Pferdewagen zu Orten wie dem Missionshaus und der Alten Schule von Kærbæk gebracht. Das macht die Geschichte konkret: nicht als fernes Kriegsgeschehen, sondern als Menschen auf dem Weg durch kleine Straßen, Schulgebäude und lokale Versammlungsorte.
Eines der eindrücklichsten Details ist die Erzählung von Frau Nielsen, der Leiterin des Konsumvereins, die aus ihrem Fenster die schmutzigen Flüchtlingskinder sah, abgekochtes Wasser holte, Zuber brachte und die Kinder selbst wusch.
Nach kurzer Zeit wurden die Flüchtlinge weiter ins Lager Oksbøl geschickt, das nach dem Krieg Dänemarks größtes Lager für deutsche Flüchtlinge wurde. In Ansager blieb jedoch auch eine schwere lokale Spur zurück: vier kleine Flüchtlingskinder wurden auf dem Friedhof von Ansager begraben, alle unter einem Jahr alt.