Tegning af Ansager Kirke med tegltage, tårn og gravsten i forgrunden©

Brötchen auf dem Kirchenboden

Sonntags bekamen wir Brötchen. Es war sehr einfach zu wissen, was wir kaufen mussten, denn wir sollten je 3 haben, Vater, Mutter und 3 Mädchen. Das waren insgesamt 15 Brötchen, denn wir sollten jeweils ein Brötchen, ein Hörnchen und ein Mohnbrötchen haben. Das war die Auswahl. Die Brötchen wurden entweder bei Bäcker Vedsted oder Bäcker Madsen gekauft.

Mein Onkel Åge Madsen auf Kølbanken kaufte sonntags auch Brötchen. Aber er war unzufrieden damit, dass die Bäckersfrau einfach wahllos in den Korb griff und sie in seine Tüte packte. Also ging er zum Tresen und sagte, dass er sich gern ein paar Brötchen ansehen wolle. Das durfte er dann auch und konnte sich die größten selbst aussuchen, denn es gab natürlich einen kleinen Unterschied. Und Åge ließ sich nicht übers Ohr hauen.

An einem Sonntagmorgen hatte Åge meinen Cousin Keld losgeschickt, um Brötchen zu holen. Als er mit der großen Tüte im Arm aus der Bäckerei kam, hörte er die Kirchenglocken läuten. Keld ging sehr gern in die Kirche, besonders gern sang er laut und schön, also folgte er dem Ruf der Glocken.

Während des Gottesdienstes hatte er das Pech, gegen die große Tüte mit all den Brötchen zu stoßen, sodass sie auf den Boden rollten. Brötchen können weit rollen, also hatte Keld alle Hände voll damit zu tun, die entlaufenen Brötchen einzufangen und zu zählen. Auf jeden Fall konnte er nicht mit zu wenigen nach Hause zu Vater Åge kommen, sie waren ja bezahlt. Schlimm genug war schon, dass Keld erst weit gegen den Vormittag nach Hause kam.

Alice Ravnholt

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