Fanø ist keine Insel, auf der der Strand nur als schmaler Saum am Rand liegt. An der Westseite breitet sich der Sand großflächig aus, und der Wind prägt die Landschaft von Tag zu Tag. Hier kann ein gewöhnlicher Strandspaziergang schnell den Charakter wechseln: vom Baden und Sonnenbaden zum Bernsteinsuchen, zu Surfern im Wind oder Strandseglern weiter draußen auf dem festen Sand.
Die Insel liegt im Nationalpark Wattenmeer, und die Natur verändert sich auf kurzen Strecken deutlich. Es gibt offene Dünen, Dünenheiden, Plantagen, Moore und Wattenmeer, sodass eine Tour mit dem Rad oder zu Fuß an einem Tag von salziger Seeluft zu Windschutz und Kiefern führen kann. Im Süden bei Hønen hat man Glück und sieht zur Zugzeit Seehunde und große Vogelschwärme.
Nordby und Sønderho geben Fanø einen anderen Rhythmus als der Strand. Die beiden gut erhaltenen Lotsenstädtchen erinnern an den maritimen Hintergrund der Insel, wo die Seefahrt ihre Spuren an Häusern, Straßen und lokalen Geschichten hinterließ. Das macht Fanø zu mehr als einer Strandinsel: Sie liegt im Wattenmeer, trägt aber immer noch Spuren der Menschen, die mit dem Meer als Arbeitsplatz lebten.
Fanø Vesterhavsbad entstand zu Beginn der 1890er Jahre, als der Strand zur Kulisse für Hotels, Villen und Einrichtungen für Badegäste wurde. 1895 wurde der Ort als jung beschrieben, aber bereits mit vier Hotels und fünf bis sechs Villen.
Eines der markanten Hotels war das Hotel Kongen af Danmark, erbaut 1893. Es wurde nach zwei Bränden im Jahr 1929 restauriert, wurde nach vielen Jahren mit wechselndem Glück und Verfall jedoch 1989 abgerissen.
Die Nordby Kirche entspricht nicht ganz der Kirchenform, die viele erwarten. Das große klassizistische Gebäude von 1786 ist als Predigtsaal ohne traditionelle Gliederung in Schiff und Chor eingerichtet, und der Altar steht an der Südwand der Längsseite.
Mehrere Teile stammen aus der abgerissenen Rindby Kirche, unter anderem das Taufbecken aus Metall. Es stammt aus dem späten Mittelalter und trägt eine lateinische Inschrift, die sowohl spiegelverkehrt als auch auf dem Kopf steht. Die Kirche beherbergt außerdem eine markante Sammlung von Kirchenschiffen.