Schloss Egeskov ist nicht nur eine hübsche Fassade hinter einem Wassergraben. Es ist eine Wasserburg, zur Verteidigung erbaut, heute aber auch ein Ausflugsziel, Museum und privates Zuhause. Gerade diese Mischung macht den Ort ein wenig ungewöhnlich: Man bewegt sich durch einen historischen Rahmen, in dem Teile des Schlosses für Gäste geöffnet sind, während die Grafenfamilie Ahlefeldt-Laurvig-Bille hier weiterhin zu Hause ist.
Draußen verändert sich das Erlebnis. Der Garten ist in 17 Gartenräume unterteilt, eingerahmt von langen Buchenhecken, und Egeskovs eigener Gartenführer beschreibt eine grüne Route durch sie alle. Der Renaissancegarten wirkt strenger mit Mittelachse, Springbrunnen, formschnittgeschnittenem Buchsbaum und farbigem Kies, während die Hågerup Å einigen Blicken auf das Schloss eine weichere, landschaftliche Kante verleiht.
Im und um das Schloss gibt es genug Abwechslung, falls die Familie nicht alle die gleiche Geduld für Waffen, Kleider oder alte Räume mitbringt. Der Schlossbesuch lässt sich unter anderem mit Ausstellungen über die Gewänder der Schlossherrinnen, Jagdtrophäen, Duellwaffen, Haushalt und H.C. Andersens Scherenschnitte verbinden. Egeskovs Ausstellungsbereich reicht außerdem bis zu Fahrzeugen, Flugzeugen, Motorrädern, Campingleben und Kaufmannsmuseum, sodass der Tag Glanzbild, Motoröl und Miniaturabenteuer in einem Ausflug vereinen kann.
Der Schlosspark bei Egeskov ist nicht ein einzelner Garten, sondern Schicht um Schicht von Gartenideen aus mehr als 300 Jahren. Die strengen Heckensysteme aus dem 18. Jahrhundert sind noch immer ein Kennzeichen, während der Park auch Alleen, Labyrinthe und Gärten mit Einflüssen der Renaissance, des Barock und des englischen Landschaftsstils umfasst.
Hier gibt es Platz sowohl für Picknicks als auch für kleine Abstecher zwischen geschnittenen Hecken, alten Bäumen und verspielteren Details wie der Sonnenuhr mit Piet Heins Labyrinth darum herum.
Das Veteranenmuseum ist Egeskovs Maschinenraum der Erinnerungen: Mehr als 100 Fahrzeuge vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis Anfang der 1980er-Jahre stehen in der großen Museumshalle.
Die Sammlung besteht nicht nur aus teuren und seltenen Stücken, sondern auch aus Fahrzeugen mit persönlicher Geschichte. Die Halle war früher einer der größten reetgedeckten Scheunen Nordeuropas, sodass Autos, Flugzeuge, Motorräder und Hubschrauber in einem Rahmen stehen, der fast ebenso außergewöhnlich ist wie die Maschinen selbst.