Die Ballum-Schleuse liegt dort, wo die Brede Å den Ballumdeich passiert und ins Wattenmeer mündet. Vom Deich aus erhältst du einen selten klaren Schnitt durch die Landschaft: das Wattenmeer auf der einen Seite, die eingedeichten Felder der Ballummarsch und der Flusslauf auf der anderen.
Das Gebiet an der Flussmündung ist ein guter Ort, um mit dem Fernglas Ausschau zu halten. Hier können große Schwärme von Brandenten, Goldregenpfeifern, Graugänsen und Weißwangengänsen rasten, und auch Greifvögel, Watvögel und Entenvögel sind zu sehen. Mit etwas Glück tauchen auch Seehunde im Blickfeld auf. Das Wattenmeer ist zugleich Teil des UNESCO-Welterbes und eine der großen Speisekammern für Zugvögel auf der Ostatlantischen Zugroute.
Die Schleuse ist nicht nur ein Aussichtspunkt, sondern Teil der Anlage, die das Wasser durch den Ballum-Astrup-Deich steuert und die Ballummarsch vor Sturmfluten schützt. Der Bau begann 1914 und wurde vom Ersten Weltkrieg geprägt, als ein großer Teil der Arbeit von französischen und russischen Kriegsgefangenen ausgeführt wurde. Heute bleibt vor allem der Kontrast im Gedächtnis: eine technische Anlage in einer sehr weiten Landschaft, in der Vogelschwärme und Gezeiten weiterhin das Tempo bestimmen.