20 kmBallum Kirche
Mittelalterliche Kirche im dichten Dorfraum, passend zur Kirchengeschichte von Arrild.
Die Arrild Kirche liegt am östlichen Rand von Arrild, wo der Friedhof das Gebäude von allen Seiten umschließt. Schon von außen gibt es Details, auf die man achten sollte: Feldsteinmauern im Osten, Süden und Westen, eine Nordseite mit Hecke und ein Westturm, der nicht ganz einem gewöhnlichen Dorfkirchturm entspricht.
Der Kirchenraum ist vor allem wegen seiner reichen Ausstattung sehenswert. Hier begegnen sich romanische Bauteile, gotische Tafeln und spätere Ausschmückungen in einem engen Raum, in dem man vom Altarfront und dem Schrankaltarretabel bis zur Kanzel und dem Taufbecken ohne lange Museumswege dazwischen gehen kann.
Es gibt keine Kalkmalereien, aber die Decke erzählt ihre eigene Geschichte: konturgezeichnete Akanthusmotive in Schwarz auf weißem Grund mit braunroten Rändern. Das verleiht der Kirche einen anderen Ausdruck als vielen kalkmalerischen mittelalterlichen Kirchen und macht den Blick nach oben durchaus lohnend.
Auf dem Friedhof finden sich auch Spuren des Ersten Weltkriegs. Ein Gedenkstein erinnert an die Gefallenen der Gemeinde, und ein Kriegergrab mit einheitlichen grauen Zementkreuzen erzählt von militärischen Strafgefangenen und der Sicherungsstellung Nord. Im Vorraum liegt ein kostenloses Heft über die Kirche und ihren Inhalt; ein handfester Schlüssel zu einem Ort, an dem viele Details sonst leicht übersehen werden.
Auf dem Friedhof von Arrild liegen 16 gleiche, graue gegossene Zementkreuze über militärischen Strafgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg. Die Grabstätte misst etwa 11 x 3 Meter, und die Namen auf den Kreuzen sind heute schwer zu lesen.
Drei der Bestatteten kamen aus einem Lager etwa 200 Meter südlich der Kirche, die übrigen aus Øberg 2,5 Kilometer südwestlich. Die Gräber verbinden den Friedhof mit der Sikringsstilling Nord und der harten Bauarbeit hinter der deutschen Verteidigungslinie.
Auf dem Friedhof von Arrild steht der Gedenkstein für die in der Gemeinde Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs. Er wurde 1922 für 23 Personen errichtet und trägt sowohl Namen, Geburtsdaten als auch Todes- oder Vermisstenzeitpunkte.
Der Stein ist ein großer Findling mit einem eingravierten Baum auf der linken Seite und der Signatur „NHJ 1922“ des Bildhauers Niels Hansen Jacobsen. Das lokale Leid ist in ein markantes Stück südjütländischer Kriegsgeschichte gemeißelt.